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Geschichte |
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1.Geschichte des Feuerlöschwesens in Langensalza |
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Die erste uns bekannte Erwähnung einer Brandkatastrophe wird bereits im Jahr 1346, im damaligen Salza erwähnt. Im Streit zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Thüringer Landgrafen Friedrich II. kam es zur Belagerung, wodurch die Stadt durch Brandpfeile in Brand gesetzt worden ist. Dabei kamen (Angaben sind unterschiedlich) ca. 1000 Menschen ums Leben und ca. 900 Häuser wurden eingeäschert. Oberhalb des Jahnplatzes wurde 1378 durch Heinrich Tungisbrucken der Wartturm angezündet. Der Brandstifter kam nach Mühlhausen in Gewahrsam und der Wachturm wurde 1380 wieder aufgebaut. 1382 brennt Heinrich Willkomm`s Scheune ab. Die Ersterwähnung eines Ratstürmers (Feuerwächter) auf dem Rathausturm war im Jahre 1433. Der Mordbrenner Cluber, der in Salza 1434 Mordbrennen (Brandstifter) wollte, ist in Frankenhausen ergriffen worden. Im Jahre 1438 wird von einem großen Stadtbrand, der sich vom Kriegstor (Lange Straße) bis zum Klauentor (Klagetor) durch die ganze Stadt hinzog, berichtet. Ebenfalls im gleichen Jahr erhielt die Stadt Salza die Gerichtsbarkeit (Ober/Erbgericht), wodurch sie u. a. berechtigt war bei Verstößen im Feuerlöschwesen Strafen zu verhängen.1445 werden bereits nachweislich Feuerstättenkontrollen in den drei Stadtteilen durch den Rat durchgeführt. 1449 brannte es erneut in der Stadt und und aus Vorsorge werden sieben Torhüter auf Zeit eingestellt. 31 lederne Eimer (Löscheimer) und ein Brunnenseil werden 1457 für Löschzwecke angeschafft. Im Jahre 1463 brannte es im Schlafhaus des Schlosses Dryburg. 1472 wurden neue Feuerhaken (Einreißhaken) und eine Leiter angeschafft. Am 27. 12. 1473 brannte die Ratsstube im Rathaus. Schon im Jahre 1489 wird ein Leiterhaus erwähnt, wo die vorhandenen Löschgeräte untergebracht worden waren (Leitern, Eimer, Haken). Zwischen den Jahren 1495 bis 1503 wurde eine Fegeordnung, die die Reinigung der Mühlströme (auch wichtig für Löschwasser) regelt, aufgestellt. Eine große Feuersbrunst wütete im März 1506 durch die Straßen Langensalza`s. Vom Ziegelhof aus brannte es über den Steinweg, Lindenbühl, Herrenstraße, Kornmarkt, Töpfermarkt, durch das Erfurter Tor, durch die Vorstadt bis zur Scharfrichterei. 180 Häuser wurden ein Raub der Flammen. 1526 wird der Feuerwächter (Hans Arnold) auf dem Rathausturm erwähnt. Die erste nachweislich bekannte Feuerordnung fällt auf das Jahr 1528 (Original ist im Stadtarchiv Bad Langensalza vorhanden). Am 30. 7. 1534 brennt es in der Neustadt. Für den ersten beigebrachten Leiterwagen bekam Ludewigen Terner 1 fl. und Henzen Nickell für den zweiten Leiterwagen einen ½ fl. Belohnung. Das Schadensfeuer war so groß, daß u. a. 367 lederne Eimer neu angeschafft oder repariert werden mussten. 1540 brennen zwei Häuser in der Löbersgasse. 1542 werden „feurspruzen" (tragbare Handspritzen) von Groningen aus Erfurt gekauft. Zwei Leiterhäuser werden 1545 erwähnt, und im Jahre 1547 werden 25 Leitern angeschafft. Am 14. 2. 1552 brennt die Färberei der Tuchmacher, sowie am 1. 6. 1566 die Badestube ab. 1575/1597 wurden die Leiterhäuser Unterm Berge, Holzgasse, Viehgasse, Lange Brüdergasse, Wilder Graben, Langgasse, Rebellsgasse, Barfüßer, Kornmarkt, Burggasse, Lindenbühl und im Rathaus repariert oder erneuert. Die Löschgeräte sind ergänzt und ausgebessert worden. Am 19. 6. 1590 brennen 6 Häuser und 4 Scheunen in der Neustadt ab. 288 lederne Feuereimer mussten repariert werden. 1591 brennen 2 Scheunen ab (bei G. Haun und S. Krüger). Der 6. 2. 1602 brachte für die Bewohner der Viehgasse (Friedrich-Mann-Straße) großes Leid. Denn gegen 3 Uhr früh brach im Gasthof „Zum Weißen Roß" ein Brand aus, der 7 Frauen und Mädchen durch Erstickung in den Kellerräumen das Leben kostete. Dabei verbrannten 13 Wohnhäuser und 6 Scheunen. Im Jahre 1606 wurde die erste Feuerspritze für Langensalza gekauft und in der Langen Brüdergasse (Klosterturm) untergestellt. Die Feuerspritze kostete 100 fl. und wurde von dem Pumpmacher Bastian Schnell aus Mühlhausen gebaut. Die Rechnung lautete: 100 fl. Bastian Schnell, Pumpmacher zu Mühlhausen, der eine Wasserkunst oder Feuerspritze, auf 4 Rädern steht, Kaufgeld, und einher zu schaffen Im Gedinge, den 2. Nov. 1606.
Hans Osann jun. der Wagner lieferte 1608 für 90 fl. eine große Feuerspritze für die Stadt Langensalza, welche bei der Marktkirche untergebracht wurde. Von diesem Jahr an wurden in Langensalza (mit wenigen Ausnahmen) alle Feuerspritzen für die Stadt von ortsansässigen Spritzenmachern gebaut. 1610 wurde eine dritte Feuerspritze für die Stadt von Hans Osann für 100 fl. angeschafft (Standort war das Seigerhaus beim Barfüßer). Unterm Berge bei Franz Hesse brennt es am 6. 12. 1609. Am 10. 1. 1622 brennt es bei Asmus am Erfurter Tor. Im Oktober 1632 wurden durch die Pappenheimische Plünderung, mit der Androhung auf Brandschatzung von der der Stadt 12000 Taler gefordert. Die Stadt konnte aber nur 5276 Taler auftreiben, so daß man eine Schuldverschreibung von 3000 Talern aushändigte. 1634 brannte es im Gasthaus „Zum Schwan" bei Bernhardt Norde durch Fahrlässigkeit. Im Rathaus kommt es 1638 kommt es zu einem Küchenbrand neben der Ratsstube. 14 fl. Strafe musste 1641 Ditrich Kleber für ein Feuer bezahlen, dass in seinem Haus entstanden ist. 1652 wird eine Feuerspritze erwähnt, die in der Ratswaage untergestellt war, und für 18 Groschen ausgebessert wurde. Am 2. 5. 1653 schlägt der Blitz in den Rathausturm ein, so dass die Stube des Türmers abbrennt. Im darauf folgenden Jahr brennt es erneut im Rathaus. 1656 kaufte die Stadt eine weitere Feuerspritze von Bastian Schnell aus Mühlhausen, wobei sie eine alte Feuerspritze in Verrechnung gab. 1657 werden 24 Messing Handspritzen von Bernt Bansen ausgebessert. Am 30. September 1662 bricht ein Feuer am Schuhmarkt (Vor dem Schlosse) aus, der Schlosser Hartung verunglückte bei den Rettungsarbeiten, 15 Häuser brannten ab und 7 wurden beschädigt. 1661, 1662 und 1667 wurde jeweils eine neue Feuerspritze für Langensalza angeschafft. 1667 war Feuer im Gasthof „Zum Schwan" und in der Neuen Gasse. 1685 wurden 173 fl. und 20 gl. an Johann Osann für eine neue Feuerspritze gezahlt. Von Michael Barth aus Lommatzsch/Dresden, wurde 1693 die erste Schlauchspritze, der besondere Stolz des Magistrats, für Langensalza geliefert. Am 2. 1. 1700 wurden 2 Scheunen vernichtet. 1701 wird die Reparatur einer kleinen Tragespritze erwähnt. Schwedische Reiter erpressten 1706, mit der Drohung auf Brandschatzung der Stadt 1200 Taler. Langensalzas „Großer Brand", der am 13. 2. 1711 durch die Straßen unserer Stadt wütete, brachte für die Bevölkerung verheerende Auswirkungen. Er vernichtete in nur einer Nacht u. a. 294 Wohnhäuser, 206 Hintergebäude, 102 Scheunen und 351 Ställe. Brände am 20. 7. 1714 im Gasthof „Zum Mohren" und 3 Nachbarhäusern, sowie am 29. 10. 1716, wobei auf dem Lindenbühl 3 Häuser in Flammen aufgingen. 1715 wurden 2 hölzerne Gelenk-Hand-Spritzen aus Breitenbach gekauft. 13 Wohnhäuser wurden vernichtet bei dem Brand in der Herrengasse/Lindenbühl am 20. 4. 1731 (7 Feuerspritzen werden erwähnt). Die erste gedruckte Feuerordnung wurde 1732 in Langensalza veröffentlicht, sowie an alle Bürger der Stadt vergeben. 1733 werden vier Feuer-Kuffen (transportable Wasserfässer) erwähnt. Eine Tragspritze für das neu errichtete Rathaus wurde 1751 angeschafft und dort untergestellt. 1764 wird eine neue Feuerspritze erwähnt. Ausgehend von der Straße Unterm Berge bis zum Klagetor brannten am 5. 11. 1768 insgesamt 62 Wohnhäuser nieder (Schaden 24995 Taler). Im selben Jahr wurde eine neue Feuerspritze von der Brauerschaft bezahlt. 1774 wird an die bestehende Feuerordnung und Rats-Verordnung erinnert.Abb.1: Feuerordnung der Stadt Langensalza von 1732.1779 wurde wiederum eine neue Feuerspritze von Johann Christoph Barth angeschafft. Ein Feuer in der Neustadt am 6. 4. 1783 nachmittags gegen 15 Uhr breitete sich so schnell aus, das 34 Häuser abgebrannt oder beschädigt wurden. 1793 wird eine neue Schlauchspritze für die Stadt angeschafft. Am 16. 4. 1799 brennen in der Holzgasse 11 Häuser ab. Im Jahr 1799/1801 sind 33 hanfene Löscheimer und 7 neue Feuerleitern angeschafft worden. Vom 9. zum 10. August 1804 brennt es in der Hufelandstraße. Die Stadt Langensalza besitzt in einer Aufzählung aus dem selben Jahr insgesamt 5 große Feuerspritzen, 2 Schlauchspritzen, 1 kleine Feuerspritze, 40 Feuerhaken, 34 lange Feuerleitern und 226 lederne und hanfene Feuereimer. Nach dem Brand erschien vom Diacon zu St. Stephanii Georg Christian Müller die Schrift „Predigt über die Pflichten des Christen bei Feuersgefahren, auf Verlassung des in der Nacht vom 9. auf den 10. Aug. d. J. in Langensalza entstandenen Brandes, Sonntags drauf, am 12. Aug. gehalten und zum Besten der dürftigen Abgebrannten", in der er in scharfer Form von der Kanzel herab die Bürger Langensalza’s kritisierte und ihnen ins Gewissen predigte. Am 22. 6. 1806 brennt es im Neustädter Viertel und am 3. 1. 1807 beim Barfüßer. 1819 waren die Feuerspritzen wie folgt in den Spritzenhäusern untergestellt: Ratswaage (1), Lindenbühl (2), hinterm Berge (1), beim Barfüßer (1), bei der Marktkirche (1), Brüdergasse (1) und auf dem Rathaus (1). Die Lohmühle brennt am 7. 7. 1824 ab. Die Stadt erhält 1824 und 1825 weitere Schlauchspritzen. 1833 erfolgte das gänzliche Verbot von Strohdächern und Schindeln für die Stadt Langensalza. 1836 wird eine neue Feuerordnung (123 §) aufgestellt und die Feuerlösch- und Rettungsanstalt gegründet (Vorläufer der Feuerwehr). Im Jahr 1842 brannte es bei Glasfischer am Markte. 1851 wird wieder eine Feuerspritze für Langensalza angeschafft und 1852 kaufte man einen Schlauchkarren für 20 Taler, desweiteren wurde ein Mannschaftswagen mit Schläuchen 1853 für 148 Taler gekauft. 1854 wird eine alte Feuerspritze in eine Saug- und Schlauchspritze „vom größten Kaliber" umgebaut und 1856 schaffte man einen Wasserzubringer an. Am 26. 9. 1860 erfolgte die Gründung der Turngemeinde Langensalza im Heynemannschen Kaffeehaus, aus deren Mitgliedern später der Antrag zur Errichtung einer „Freiwilligen Turner-Feuerwehr" kam.
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2. Geschichte der Freiwilligen (Turner)-Feuerwehr |
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1861 bis 2001Nachdem sich die Turngemeinde Langensalza im September 1860 gebildet hatte, reichte sie am 24. 1. 1861 ein Gesuch an den Magistrat der Stadt Langensalza ein, mit der Bitte um Überlassung eines Turnplatzes auf dem Waisengottesacker (Alleestraße). Dabei bot sie gleichzeitig die Bildung einer Freiwilligen Turnerfeuerwehr an, verbunden mit der Bereitstellung von 40 Turnern. Der Magistrat stimmte den Vorschlägen wohlgesonnen zu und bereits im März 1861 leistete man Löschhilfe bei dem großen Brand in Nägelstedt. Am 28. März 1861 wurde der Hauptversammlung ein Organisationsplan vorgelegt, wobei das Problem des „Dirigenten" erst in der folgenden Novemberhauptversammlung gelöst wurde. Erster Kommandant wurde Hermann Stroeder und dessen Vertreter Fr. Jänisch, wobei die Gesamtmannschaftsstärke 57 Mann betrug. Die Einteilung erfolgte in drei Sektionen (I. Steiger-, Spritzen- und Schlauchführer; II. Reserve für die 1. Ab-teilung und Bergung der Geretteten; und III. Bedienungsmannschaft der Spritze und Bildung von Wassergassen). Der Neumarkt wurde der zentrale Sammelplatz im Alarmfall. Als man am 16. Januar 1862 die nötigen Geldmittel zusammen hatte, wurde in der Hauptversammlung beschlossen, folgende Geräte zu beschaffen: 6 Leitern – 2 Feuerleiterstützen, 12 Ledergurte mit Beilen und Taschen, 12 Leinen mit Haken, 12 Helme, 12 Pfeifen – Sprachrohr, 4 Schurzfelle für die Wasserschöpfer und Abzeichen für die gesamte Feuerwehr. Am 10. Februar wurden die Mannschaften in ein Steigerkorps (12 Mann), eine Spritzenmannschaft und eine Reservemannschaft eingeteilt. Die Eingliederung in die städtische Feuerwehr Langensalze erfolgte am 12. Februar 1862, zwei Tage darauf bekam man eine Feuerspritze zur Verfügung gestellt. Alle Gerätschaften wurden in der Hüngelsgasse (ehem. Hofmeierei) untergebracht. Die Turnerfeuerwehr war dem städtischen Feuerkommissar unterstellt. Die Aachen-Münchener Feuerversicherungs-gesellschaft schenkte eine kleine zweirädige Feuerspritze im März 1862. Im Mai 1862 wurde ein Klettergerüst für Übungszwecke in der Alleestraße aufgestellt (spätere Standorte waren die Bornklagengasse, der Jahnplatz, die Turnhalle an der Eisenacher Straße und die Werner-Seelenbinder-Kampfbahn). Ab dem 20. September 1862 wurde Ch. Wilhelm Schröter zum Führer der Turnerfeuerwehr gewählt, wobei er dieses Amt bis 1883 innehatte. Spritzenmeister war der Seilermeister Andreas Noack. 1863 besaß die Stadt Langensalza 6 Schlauchspritzen, 3 Rohrspritzen, 6 kleine Handspritzen und zwei Wasserzubringer. Auch 22 Feuerleitern, 97 Schläuche, 24 Feuerhaken usw. waren in Bestand der gesamten Feuerwehr. Am 25. Mai 1864 brannte das vierstöckige Fabrikgebäude der Firma Gräser. Im Jahr 1869 brennt es in der Marktstraße 30/31. 36 Taler wurden am 11. 8. 1871 für mehrere hundert Ellen Schlauch und Änderungen an den Feuerspritzen durch den Magistrat bewilligt. Einen Zubringer (Verstärkerspritze) wurde für 180 Taler von der Witwe des Spritzenmachers Barth am 24. 3. 1874 abgekauft. 1876 wurden 20 Laternen für die Rettungsgesellschaft (147 Mitglieder) bestellt. Feuer in der Jüdengasse. Durch die Spritzenprobe vom 3. 5. 1876, die einen Brand in der Tetzner’schen Ziegelei annahm, wurde ersichtlich, welche Anstrengungen unternommen werden mußten, um diese durchzuführen. Die Aufgabe war, das man von der Bergstraße das Wasser in die Mühlhäuser Landstraße zum angenommenen Brandherd pumpen sollte. Der Rapportbericht hier nachfolgend aufgeführt gibt die große Anzahl an Menschen und Material an, die dafür benötigt wurden: 1.) 13 Spritzen und ein Wagen mit Handwerkszeug für die Turner; 2.) zur Bedienung der 12 Spritzen sollen 402 Bürger anwesend sein; 3.) die freiwillige Turner-Feuerwehr mit einer Spritze stellt 50 Turner; und 4.) die Handwerks-Compagnie stellt 44 Mann. Das sind für eine solche Löschübung insgesamt 496 Mann, die aus Langensalzaer Bürgern bestand. 1877 wurde für die Bürger der Stadt Langensalza eine neue Feuer-Ordnung und für die Feuerwehr eine neue Feuerwehr-Ordnung aufgestellt. Der Spritzenbauer Chr. Zacher lieferte 1879 eine neue Feuerspritze und 100 Meter Schlauch für 1800 Mark. 1881 wurden neue Spritzenschläuche mit Normalgewinde angeschafft (insgesamt 509 Meter). Am 6. 12. 1882 wurde durch die Stadtverordneten-Versammlung die Errichtung einer städtischen Pflichtfeuerwehr genehmigt und 1883 durch die Veröffentlichtung der Langensalzaer Pflichtfeuerwehr-Ordnung, diese in kraft gesetzt. Durch die bis dahin unter dem Feuer-Kommissar Ephraim Henkel stehende städtische Feuerwehr wurde nun durch eine militärisch organisierte Pflichtfeuerwehr ersetzt. Diese bestand aus drei Kompagnien, sowie einer vierten Kompagnie, die durch die Turner-Feuerwehr gestellt wurde. Die Führung übernahm der Fabrikbesitzer August Schmidt, während die drei Kompagnien unter der Führung von Ju. Reinemann, Erich Kerl und Otto Siefart standen. Die Turner-Feuerwehr wählte zu ihrem Führer Otto Blumschein. Als 5. Kompagnie wurde später die Schützen-Kompagnie als Ordnungsmannschaft hinzugefügt. Auch eine neue Feuerordnung für die Bürgerschaft Langensalza‘s wurde 1883 neu aufgestellt. Die drei Feuerspritzen der Turner-Feuerwehr standen auf dem Brauhof (Bornklagengasse). Erstmals tritt 1883 unter der Leitung des Straßenmeisters Emil Agthe die Langensalzaer Feuerwehrkapelle in Erscheinung, die auch zu öffentlichen Konzerten auftrat. 1884 wurde im Hotel „Zum Schwan" der Feuerwehr-Verband des Regierungsbezirkes Erfurt gegründet. Großbrand am 21. Mai 1884. Im Jahr 1884 wurde eine neue Saug- und Schlauchspritze durch die Stadt bei Chr. Zacher in Langensalza bestellt, wobei mehrere alte Feuerspritzen für den Neukauf veräußert wurden. Im selben Jahr wurde eine neue Feuerspritze durch den Fabrikbesitzer Viktor Weiß für die Langensalzaer Feuerwehr gespendet, wohl als Dank für den unermüdlichen Einsatz beim Brand am 16./17. März 1884 bei dem die Obermühle (Weiß’scher Besitz) vor dem Kriegstor bis auf die Mauern ausgebrannt war. Die Mitglieder der Turner-Feuerwehr, hatten beim Stand vom 28. 5. 1885 eine Sollstärke von 63 Mann (im Alter von 22 bis 43 Jahre). 1885 wurde eine mechanische Feuerleiter (14 Meter Steighöhe, einachsig) bei C. D. Magirus in Ulm bestellt. 1887 wird eine Omnibusspritze für die Stadt Langensalza gekauft. Die Stärke der gesamten Langensalzaer Feuerwehr beträgt 95 Mann. Der III. Verbandstag des Regierungsbezirkes Erfurt fand 1888 in Langensalza statt. Am 11. 11. 1888 brannte auf dem Entenlaich die Brauerei von E. Müller, wobei nach dem Feuer mehrere Kinder durch spielen auf der Brandstätte schwer verunglückten. Am 16. November gleichen Jahres wurde durch den Fabrikbesitzer V. Weiß eine Spende von 500 Mark der Feuerwehr für „beträchtlichen Eifer beim letzten Brande" für Ausrüstungsgegenstände geschenkt. Ab dem 10. 1. 1889 wurden die Feuersignale in der Nacht außer den üblichen Glockenschlägen des Rathausturmes mit doppeltönigen Signal-Hupen durch die Nachtwächter gegeben. Eine neue Pflichtfeuerwehr-Ordnung für die Stadt Langensalza wird am 20. Januar 1889 (36 §) in Kraft gesetzt. Zwei Schlauchwagen sollen angeschafft werden. Am 26. September 1889 brannte es auf dem Strohboden der Tuchfabrik. Die Feuerspritzen Nr. 7 und 8 wurden 1890 für die Turner-Feuerwehr auf dem heutigen Schulplatz untergestellt. Auch wurde ein Rettungsschlauch angeschafft. 1893 wird eine große Zubringerspritze von Chr. Zacher geliefert, sie ist die letzte Handdruckspritze, die für die Langensalzaer Feuerwehr gekauft wurde. Ab 1895/96 trat eine wesentliche Änderung in der Stationierung der Feuerspritzen ein, die Spritzen wurden in den städtischen Scheunen (Wilder Graben) und in der Reitbahn (Schloßhof) untergestellt. Die Leiter u. a. Löschgerät waren in Magazin beim Mühlhäuser Tor untergebracht. Brand im Schloß Dryburg am 9./10. 12. 1899, wobei der gesamte Seitenflügel abbrannte. Vorhandene Löschgeräte waren: 8 Feuerspritzen, 2 Schlauchwagen, 1 fahrbare Leiter, 4 Handleitern, Montierungsstücke u. a. Brand des Hotel „Kaiserhof" am 10. 12. 1900 (vermutlich Brandstiftung). Zur Verstärkung der Löschmannschaften der Stadt und zur Sicherung der Garnison, wurde eine Handdruckspritze auf dem Kasernengelände zeitweise ab Dezember 1900 stationiert. Auch wurde eine Stolz’sche Rauchmaske mit Blasebalg für die städtische Feuerwehr bei Berthold Goernandt in Langensalza gekauft. Ab dem 9. 1. 1901 wurden die nicht uniformierten Ordnungsmannschaften der Pflichtfeuerwehr vom Feuerlöschdienst zurückgestellt.Abb. 2: Pflichtfeuerwehr von Langensalza im Jahr 1888. Abb. 3: Turner-Feuerwehr von Langensalza im Jahre 1899.Zwischen 1904/05 wurde die Wasserleitung, speziell das Hydrantensystem in Langensalza fertiggestellt. Die Löschwasserversorgung, bisher durch Mühlströhme, Brunnen und Wassergassen gesichert, brachte durch die Einführung der Hydranten eine der bisher größten Umstellungen im Langensalzaer Feuerlöschwesen mit sich. In der Folgezeit wurden 3 Hydrantenwagen angeschafft, die Handdruckspritzen wurden verkauft oder in Reserve gestellt. Die nicht uniformierten Druckmannschaften wurden nach und nach entlassen. Eine neue Bau-Polizei-Verordnung für die Stadt Langensalza erschien am 10. 5. 1905, die auch Regelungen über den baulichen Feuerschutz beinhaltete. Das Schützenhaus brannte am 24. 12. 1906. Am 1. Mai 1907 wurde die Pflichtfeuerwehr aufgelöst, wobei das gesamte Feuerlöschwesen in die Hände der Freiwilligen Turner-Feuerwehr überging, die auf 50 Mann verstärkt wurde. Wesentliche Veränderungen traten auch im Alarmierungssystem auf, der Türmer auf dem Rathausturm wurde abgeschafft und durch eine elektrische Feuermeldeanlage ersetzt. In drei Bezirke mit 18 Feuermeldestellen wurde die Anlage eingeteilt. Die Darre der Malzfabrik in der Eisenacher Straße brannte am 22. 1. 1906. Ihr großartiges Können bei Rettungs- und Löschübungen stellte die Turner-Feuerwehr zu ihrem 50jährigen Jubiläum 1911 unter Beweis. Unter vielen kritischen Augen, zeigten die Langensalzaer Feuerwehrleute ihre Leistungsfähigkeit. Der Bestand in dieser Zeit an Technik und Ausrüstung bestand aus folgenden Geräten:Abb. 4: Turner-Feuerwehr in Langensalza nach 1907.1 mechanische Leiter, 1 Landspritze, 3 Hydrantenwagen, 4 Schlauchwagen, 1 Gerätewagen, 1 Rutschtuch und Hakenleitern. In Reserve standen noch 4 Saugspritzen und 2 Zubringerspritzen. Brand des Waisenhauses am 14. 10. 1916. Die Broschüre „Die Entstehung und Entwicklung der Stadt Langensalza und ihr Feuerschutz im Laufe der Jahrhunderte" von Branddirektor Robert Beltz, erschien zum 60jährigen Jubiläum im Jahre 1921. Diese Abhandlung war die erste selbständige Drucksache über den Langensalzaer Feuerschutz. Auch 2 Notgeldscheine wurden zum Jubiläum herausgegeben. 200 Meter Hanfschläuche mit Messingverschraubungen wurden 1923 bei der Spritzenfabrik von Chr. Zacher für 329 000,00 Mark (Inflationszeit) gekauft. Dachstuhlbrand im Armenhaus am 12. 1. 1926. Feuer am 12. 1. 1928 in der Lederfabrik Weber (Innenbrand), am 8. 6. Feuer in der Greußengasse sowie ein Filmbrand auf dem Brunnenfest am 13. 8. 1928. Weitere 345 Meter Schläuche wurden 1930 angeschafft. Im selben Jahr übernahm der Tischlermeister Friedrich Merbach die Führung der Wehr. Gleichzeitig fand in Langensalza der 24. Verbandstag der Feuerwehren des Regierungsbezirkes Erfurt vom 6. bis 7. September statt. Ein Lehrgang der Feuerwehrverbandsführer des Regierungsbezirkes Erfurt wurde vom 8. bis 10. Mai 1931 hier durchgeführt. |
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Jürgen Güntsch |
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Feuerwehr Bad
Langensalza/Stadt |
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